Start Allgemein Bloodywood – Rakshak – Review

Bloodywood – Rakshak – Review

1190
0

Indien ist für manch einen durch Bollywood etwas näher gerückt. Wer es nicht kennt, das sind Liebes oder Actionfilme mit zum Beispiel, Shah Rukh Khan: In denen auch gesungen wird und das zum Teil mit, zumindest für uns, einem nicht wirklich nachvollziehbare Schema. Dann gibt es da natürlich noch mit Curry eine der geilsten Gewürzmischungen der Welt. Aber seit ein paar Jahren gibt es auch indischen Metal.

Wir sind ja selbst Schuld. Da schickt man einem Freund das Video von „Bloodywood“ just for fun und bekommt zwei Tage später eine SMS, in der man von dem Freund gebeten wird, eine Review über selbige Band zu schreiben, da er diese so Geil findet.

Somit starten wir dann ganz einfach mal ein neues Projekt bei Musikgouls „Metal Around The World“.
Also nichts wie ran an das Album.

Bloodywood ist eine Formation die sich dem Crossover verschrieben hat. Das Besondere an der Band, sie mixt indischen Folk in ihre Tracks und hebt sich damit natürlich von der breiten Masse des Mainstream-Metals deutlich ab. Wackengängern könnte der Bandname auch ein Begriff sein, die Combo war 2019 auf dem W.O.A. und rockte gewaltig das Zelt.

Am 18 Februar erschien via Bloodywood Media Private Limited das Debüt-Album „Rakshak“ und liefert 10 Tracks.

Opener „Gaddaar“ zeigt gleich auf, wie das Album weitergehen wird. Folkelemente mischen sich zu englischsprachigen Rapparts, die im Verlauf des Liedes von indischsrprachigem Metalgesang zum Battle gefordert werden. Neben satten Riffs und Schlagzeugsalven werden auch reichlich Synthbeats geliefert. Das ganze mag jetzt etwas wild klingen, aber das geht auch richtig gut ins Ohr.

Mit soften Flötenmelodien geht es mit „Aaj“ weiter. Drumgewitter mischt sich bei und dann flacht der Song wieder etwas ab, um Platz für den Rapflow zu machen. Brachiale Growls durchbrechen die Ruhe und lassen das Tempo sowie den Härtegrad deutlich anschwellen. Durch den wiederkehrenden Folkanteil schafft es das Lied aber immer wieder, zu den soften Anfängen zurückzukehren, ohne an Kraft zu verlieren. Die weibliche, wir nennen es mal, „Gesangsspur“ gibt dem Ganzen dann noch einen femininen Touch.
Gefolgt von „Zanjeero Se“, der auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Rock- Metaltrack erklingt. Jedoch wird hier stimmlich sehr weich gearbeitet, mit leichten Synth unterlegt, kaum greifbar und man merkt, wie man in die Traumwelt abdriftet. Nach rund zwei Minuten zieht der Track an und beschallt uns wieder mit den schon gewohnten Sprachgesängen. Der mehrstimmige Part rundet den Song ab.

Im ersten Moment wurden wir an Panjabi MC erinnert, aber dann wird „Machi Bhasad“ ein echter Kracher. Treibende Beats, genau der richtige Anteil an Folk, Rap und brachialen Gegröle und man weiß nicht, ob man tanzen oder bangen soll. Für uns auf jeden Fall ein Track, der auf die Playlist muss.
Mit tiefem, scheppernden Bass geht es weiter. Auch sehr indisch angehaucht, jedoch sehr hart, ballert uns „Dana Dan“ aus den Boxen entgegen. Nach dem, was wir bis jetzt so gehört haben, ist es nicht verwunderlich das es die Combo auf das Wacken Open Air schaffte.
Auch „Jee Veerey“ überzeugt mit seinem Mix aus Flöte und leicht aggressiven Gesangsparts. Bloodywood schaffen es immer wieder gekonnt, den schmalen Grad aus Folk und Metal so zu verbinden, dass keines der Elemente das andere aus seiner Bahn schubst und damit die Überhand gewinnt.
Träumerisch und doch so abartig brachial: Die Rede ist von „Endurant“. Der Song ist durchaus festivaltauglich, aber eigentlich sind das eh alle Tracks, zumindest bis jetzt, auf dem Silberling.

Dies ändert sich schlagartig mit „BSDK.exe“, denn hier ist der Rappart so richtig nervig. Er erinnert leicht an Falco und doch ist er so latschig, stumpf und einfach eintönig ausgefallen. Ein wenig rettet sich das Ganze durch die Schlagzeugsalven, Bassgeballer und den anderen Gesang bzw. die Growls. Für uns säuft der Track aber dennoch ab.

Es tut so gut, dass an dieser Stelle wieder die Flöte zum Einsatz kommt, so kann sich das angestrengte Ohr vom vorangegangenen Title erholen. „Yaad“ liefert den Frieden, den man jetzt braucht und den man voll und ganz genießt. Der Flow ist wieder sauber und fügt sich deutlich besser in das Gesamtkonstrukt des Songs ein. Obendrauf gibt es ein nettes Gitarrensolo, der Tag ist gerettet.
Der letzte Title aus dem Longplayer ertönt mit „Chakh Le“. Tiefe Vibes, dazu ein paar Fröhliche aber durchaus typisch indische Klänge fluten den Raum. Damit wurde ein nettes Crossover als Rausschmeißer gewählt.

Fazit: Äonen entfernt vom Mainstream schlagen Bloodywood mit ihrem Album „Rakshak“ ein. Der Silberling ist ein fettes Crossover, das sich hören lassen kann. Für uns war lediglich ein Track nicht ganz astrein, aber das ist ja auch immer eine Geschmacksfrage die bei jedem anders ausfällt. Der Longplayer wurde sauber ausbalanciert, der Mix der verschiedenen Genre bewegt sich dabei gekonnt auf einem sehr schmalen Grad, ohne die Kontrolle zu verlieren und in den musikalischen Abgrund zu stürzen. Die indischen Folkelemente wurden perfekt platziert, denn zumindest wir sind bei solchen Angelegenheiten immer schnell übersättigt. Für uns ist Rakshak ein geniales Werk, das wir sehr gerne weiterempfehlen.

9 PointsPunkte 9 von 10

Tracklist

01. Gaddaar
02.Aaj
03.Zanjeero Se
04.Machi Bhasad (Album Version)
05.Dana Dan
06.Jee Veerey (Album Version)
07.Endurant (Album Version)
08.BSDK.exe
09.Yaad (Album Version)
10.Chakh Le

Bloodywood
Rakshak
Lable: Bloodywood Media Private Limited
VÖ: 18.02.2022
Genre: Crossover/Metal mit Folk Elementen

Album/MP3 bestellen
Amazon

Bloodywood im Web
Facebook