Start Allgemein Reckless Love – mit Tourborider ab in die Arcadewelt – Review

Reckless Love – mit Tourborider ab in die Arcadewelt – Review

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Finnland ist bekanntlich ja ein echtes Heavy-Metal-Land. Man munkelt, die Kinder dort bekommen die Harmonics bereits mit ihren Symphonic-, Black- oder Deathmetal-Cerealien zum Frühstück gefüttert.

Aber es geht natürlich auch in quietschig-bunt und zwar, wenn es um Glam-Metal geht. Hier sind Reckless Love definitiv eine Band, die Mädels wildmachen und durch ihr Können bestechen.

Die Formation um Olli Herman hat gerade für ihre ersten drei Alben Gold eingefahren und schon bald was Neues am Start.

Am 25. März erscheint via AFM Records nun mit „Turborider“ ein echter von High-Energy-Synth-Wave inspirierter Longplayer. Mit 11 schillernden Tracks wartet der sauber abgemischte Silberling darauf, von euch abgeholt zu werden.
Fun? Check! Partytauglich? Check! Durch den Mix aus 80er Jahre Pop-Beats mit satten Gitarrenriffs findet man sich sehr schnell in der Arcade-Game-Welt wieder.

Bereits der Opener „Turborider“ lädt uns zum Autorennen ein. Treibende Synthbeats, punktgenaue Drumsalven und ab geht es, das Rock-Riffing sitzt und Olli singt uns high-pitched über die Ziellinie. Der Ohrwurm haftet dank super eingängigem Refrain seit Tagen. Auch „Eyes of the Maniac“ könnte, wie wohl alle Lieder auf diesem Album, einem Game entsprungen sein. Hier spielt sich etwas Ninja-Adventure im Kopf ab, während der poplastige Sound das Zimmer flutet. Das Gitarrensolo würde dann wohl an einer kniffligen Stelle für den Nervenkitzel sorgen. Okay, es könnte auch Musik aus einem Stripclub sein, denn etwas erinnert es uns an „Maniac“ aus Flashdance.

„Outrun“ bringt Tempo auf die Rennstrecke, auch hier gibt es Synth-Rhythmen satt auf die Lauscher, neben melodisch erklingendem Saiteninstrument und der unverkennbar soften Stimme von Olli. Wenn wir schon die ganze Zeit von Games reden, dann passt „Kids of the Arcade“ perfekt ins Bild. Rockig und doch so super gelungen mit 80s-Pferdeschwanz oder Haarreif, Jeansjacke und ein paar Münzen in der Tasche, spätestens beim Refrain steht man wieder als Kind in der Spielhalle.

Treibende Vibes und satte Riffs ballern uns entgegen als „Bark at the Moon“ läuft. Hier wird zur Ausnahme mal das Gitarrenbrett richtig geschrubbt. Etwas klassisch angehaucht, geht es mit „Prelude (Fight of the Cobra)” weiter, welches die Einleitung zu „Like A Cobra“ verkörpert. Der Song ist melodisch, wurde mit tollem Gitarrensound versehen und erinnert uns irgendwie an Gazebo und „I Like Chopin“. Natürlich haftet er im Ohr und wir haben einen weiteren Ohrwurm.

Mit Popnuance versehen und irgendwie nach Sommer klingend schallt „For The Love Of Good Times“ aus den Boxen. Noch stärker spiegelt „‘89 Spakle“ dieses Feeling nach Sommer, Sonne, Strand, Lagerfeuer und Bier wieder. Hier ist das Boybandfieber ausgebrochen.
Deutlich mehr Tempo liefert dann „Future Lover Boy“ mit tanzbaren Beats, und wie alle Songs auf dem Album sorgt auch dieser einfach für gute Laune.

Opulenter Abschluss, deutlich mehr Rock, rauer Sound und fast schon Hymnen-Charakter dank dem mit Gröhlrefrain. Mit „Prodigal Sons“ wurde das perfekte Ende für den Longplayer gewählt.

Fazit: Die finnische Glam-Metal-Formation Reckless Love goes Pop und hat damit alles richtig gemacht.
Dank Turborider ging es für uns back to the future, zurück in die 80er, Kindheitserinnerungen an die ersten Games werden wach und die gute Laune breitete sich rasant aus. Der Silberling wartet mit mehr als nur einem Ohrwurm auf und ist partytaugliches Material. Wir hatten richtig Spaß an der Scheibe und können sie daher absolut weiterempfehlen.

Punkte 10 von 10

Tracklist

01.Turborider
02.Eyes Of The Maniac
03.Outrun
04.Kids Ot The Arcade
05.Bark At The Moon
06.Prelude (Fight Of The Cobra)
07.Like A Cobra
08.For The Love Of Good Things
09.‘89 Sparkle
10.Future Lover Boy
11.Prodigal Sons

Reckless Love
Turborider
Label: AFM Records
VÖ: 25.03.2022
Genre: Glam-Pop-Metal

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