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Existent – Stiller Held – Review

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Zum ersten Mal wurden wir 2021 auf Existent aufmerksam, als die Hamburger Formation ihre EP „Kartenhaus“ veröffentlichte. Nach fetten neun von zehn Punkten in der Review (welche ihr gern noch mal nachlesen dürft) war uns klar: Dieser Band folgen wir weiter auf ihrem Weg.
Der Longplayer „Stiller Held“ erscheint am 09. Juni via Drakkar Entertainment Gmbh (Soulfood). Die Spieldauer schlägt mit 40 Minuten zu Buche und die Combo knallt euch 12 Rock/Metal-Tracks vor den Latz.

 

Neben einem aufwändig gestalteten Digipak, mitsamt Poster, erscheint das Album auch als streng limitiertes Gold/Black Splatter Vinyl und als Golden Vinyl. Passend zum Sommer erwartet uns zudem ein limitiertes Box-Set in einem exklusiven Design, gefüllt mit einer hochwertigen Base-Cap, einem Patch, einer Autogrammkarte, zwei unterschiedlichen Stickern und natürlich dem oben erwähnten Digipak mitsamt Poster.

Gespannt haben wir gewartet und natürlich durften wir den neuen Silberling wieder für euch auseinander nehmen.

„Kein Paradies“ – Feinster Deutschrock mit eingängiger Melodie und Existent typisch tiefgängigem Text versehen, weist den Weg, den das Album einschlägt.
Vom Title-Track „Stiller Held“ schallen treibende Beats aus der Anlage, wenngleich auch ruhige Passagen den Song schmücken. Schlagzeuggewitter und satte Rockriffs neben der Reibeisen-Stimme von Marcel machen den Song zur eingängigen Rocknummer.
Mit einer Spur rotziger Attitüde versehen schlägt einem das punk-rockige „Schrei“ entgegen. Der Song versprüht gute Laune und macht ein Rumspringen mit Gröhlen fast unumgänglich. Tja, schon hat man sich den Ohrwurm eingefangen.

Mehr von dem Punk-Rock im Deutsch-Metal Mix gibt es mit „Alles Brennt“ auf die Lauscher. Eine Links-Rock-Hymne mit echter Botschaft, die sich im Ohr festsetzt. Uns persönlich nervt die verzerrte weibliche Stimme im letzten Drittel des Liedes etwas.
Ruhiger, aber nicht weniger eingängig, geht „Geschichten“ ins Rennen.
Bei „A&R(sch)“ lautet das Motto: Mach das wie Kraftclub, nur anders. Also auf deren Sound obendrauf treibende Melodie und viel Schall-la-la-la. Natürlich bleibt auch da wieder was im Ohr hängen.
Selbstironie ist bei „Existent ist Scheiße“ angesagt, Punk-den-Rock mit dem gewissen Etwas. Zwischen Party, durch die Bude springen und lachend auf dem Boden kugeln. Wir feiern diesen Track. Ein echtes Highlight, das nach mehr schreit!

Auch wenn Existent immer wieder in Richtung Punk driften, legt Marcel mit seinen Jungs auch Wert auf Botschaften und hier und da eine gesellschaftliche Klatsche. Neben Spaß muss es auch mal Ernst zur Sache gehen, was die folgenden Lieder widerspiegeln.
In diesem Sinn folgen „Irgendwas“ mit mehrstimmigem Oho und einem wieder sehr tiefgründigen Text.
Auch „Der Letzte Rest“, das gefühlvoll mit akustischer Gitarre und ruhigem Gesang einsteigt, könnte in diese Kategorie fallen. Der Song zieht zwischen den Passagen etwas an, fällt aber immer wieder in den Softmodus zurück. „Stimme“ beginnt auch sehr ruhig. Versehen mit Sprachgesang und durchbrochen von kurzen impulsiven Kraftausbrüchen, lässt der Song zarte Züge eines Ohrwurms erkennen.

Genug Kuschel-Rock. Mit „Willkommen im Untergang“ schlagen Existent noch einmal mit Power zurück. Treibend, mit mehrstimmigem Refrain gibt es nochmal eine Breitseite, die im Ohr nachhallt.
Der Rausschmeißer „Untergang“ bietet, dank eingespieltem, klatschendem Publikum, Live Vibes, Klavierklänge und eine gesprochene Botschaft. Am Ende des Albums angelangt, hätten wir gerne noch mehr gehört.

Fazit: Geile Scheiße! Existent haben uns wieder einmal ein echtes Brett auf den Tisch geknallt.
Die Lieder sind facettenreich, von den Instrumenten her stimmig, mit Melodien, die ins Ohr gehen und Lyrics, die den Kopf ficken. Und dann gibt es noch die Sexy (Reibeisen) Stimme von Marcel, tief, rau, mit Wiedererkennungswert. Es gibt einige Ohrwürmer auf dem Silberling, jedoch bleibt „Existent ist Scheiße“ unser Highlight des Longplayers welches auch stunden nach Ende des Silberlings noch nachklingt.
Soundvergleich – ältere Werke der Toten Hosen

Vielleicht hätten wir die drei ruhigen Stücke auf den Silberling nicht aneinandergereiht, aber das ist ein winziges Manko, welches andere Hörer womöglich nicht einmal im Ansatz stört.

Punkte 9,5 von 10

Tracklist

01. Kein Paradies
02. Stiller Held
03. Schrei
04. Alles Brennt
05. Geschichten
06. A&R(SCH)
07. Existent ist Scheiße
08. Irgendwas
09. Der Letzte Rest
10. Stimme
11. Willkommen m Untergang
12. Untergang

Existent
Stiller Held
Lable: Drakkar Entertainment (Soulfood)
VÖ: 09.06.2023
Genre: Metal/Rock

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Zitat von Sänger Marcel Dummer zum neuen Album
„Dieses Album war ein langer Ritt durch Jahre voller Höhen und Tiefen und diese Bezeichnung ist ganz sicher keine Scheiß-Floskel. Wir sind extrem stolz, die fertige Platte nun endlich in unseren Händen halten zu können und danken allen, die uns innerhalb dieser verdammt durchwachsenen Zeit supportet haben, allen treuen Fans und natürlich allen, die dieses Werk in welcher Form auch immer, mit uns geschaffen haben. Es ist vollbracht – wir sind zurück in einer Besetzung, stärker als je zuvor! Mögen die “Geschichten” beginnen.“