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Hämatom – Berlin – Ein Akustischer Tanz auf dem Vulkan – Review

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Die Band Hämatom gründete sich 2004 und ist in der NDH Szene keine Unbekannte. Bei ihren Bühnenshows sind die Herren aus Oberfranken stets mit aufwendiger Maskierung am Start. Begonnen hatte alles mit Coverversionen von Kinderliedern, u.a. Bi-ba-Butzemann oder auch Hänsel und Gretel, im Neue-Deutsche-Härte-Stil, und es kam bei den Fans sehr gut an. Deutschsprachige Texte, nicht immer ganz jugendfrei und doch partytauglich, sorgten dafür, dass Hämatom sich einer große Fan-Base erfreuen dürfen. Auch ist die Combo nicht davon abgeneigt, sich mit Bands aus anderen Genres die Bühne zu teilen, z.B. Freedom Call oder auch Beyond The Black.

Es folgten sieben Studioalben und unzählige Auftritte, Festivals wie zum Beispiel das Wacken Open Air buchte die Formation. Die Shows sind immer einen Besuch wert.

Am 02. April erscheint der neue Longplayer „Berlin – Ein Akustischer Tanz auf dem Vulkan“ via Anti Alles / Sony (The Orchard) in den Läden.

Mal etwas anderes, denn der Silberling ist den 20er Jahren gewidmet, zumindest klingen die meisten der 10 Lieder danach. Statt NDH swingt die Band!

Wir durften für euch schon mal probehören.

Bereits der Opener „Tanz auf dem Vulkan“ erklingt fröhlich, inklusive Akkordeon. Etwas ungewöhnlich, aber eingängig. Man beginnt mit einem Lächeln auf den Lippen hin und her zu zappeln, der Bigband-Sound verleitet zum Charlston.
Wie sagt es der nächste Track so schön?
„Beweg dein’ Arsch“, also hoch vom Sofa und tanzt. Auch hier haut es einem den Swing um die Ohren. Treibende Melodie, Blasinstrumenten-Sound, und man stellt fest, der Stil steht Hämatom eigentlich sehr gut.

Etwas französisch erklingt „Au Revoir“. Marschrhythmus, ein Hauch von Chanson, irgendwie flammen Erinnerungen an Dschinkis Khan auf und doch ist es irgendwie etwas ganz anderes.
Ganz so 20er ist die Scheibe dann doch nicht, denn der Titeltrack
„Berlin“ ist Country und der Großteil der Melodie stammt von Dolly Parton’s „Joleen“.

Streichinstrumente, soft gespielte Gitarren leiten „Gangstern und Ganoven“ ein. Das Ganze entwickelt sich dann zu einem guten Rocksong.
Partymukke erwartet euch bei
„Werft die Gläser an die Wand“, treibender Rhythmus, und für ein Trinklied geht hier echt die Post ab, hier gibt es ein Trompetensolo, und den Refrain kann man auch im Suff mitgröhlen.

Kriminalfilmtauglichen Swing liefern Hämatom mit „Ein Herz und eine Kehle“. Insgesamt wirkt der Song sehr ruhig auf einen ein, wenngleich auch hier die Bigband mitwirkt.
Da haben die doch glatt eine Ballade auf den Silberling gepackt. So gefühlvoll und weich säuselt
„Du bringst mich um“ aus den Boxen. Streicher, sanfte Akustik-Gitarrenklänge, und selbst Fronter Thorsten „Nord“ Scharf hat Weichspüler für die Stimmbänder genutzt. Auch hier kann man sagen: Hut ab, das hätten wir nicht erwartet.

Noch einmal auf das Parkett und eine Runde schwofen, „Die Welt ist High“. Der Text ist zwar nicht jugendfrei, aber die Melodie könnte in Tanzschulen genauso gut genutzt werden, wie in Discos oder gar dem Altersheim am Tanzabend.
Noch einmal gefühlvoll.
„Nichts bleibt für immer“ ist ein gelungener Rauswerfer aus dem Berlin-Album und den 20er Jahren.

Fazit: Mit Berlin – Ein Akustischer Tanz auf dem Vulkan zeigen die Oberfranken, dass sie mehr als nur NDH können. Die Texte wirken zwar hier und da etwas hart für die eingeschlagene Musikrichtung, aber es wäre nicht Hämatom, wenn sie gerade hier ein Blatt vor den Mund nehmen würden. Instrumental einfach genial, die NDH-Texte mit Bigband-Sound zu unterlegen. Es macht Spaß, die Scheibe rotieren zu lassen und partytauglich ist der 10-Track-starke Silberling auf jeden Fall. Für uns ist „Beweg dein’ Arsch“ definitiv das Highlight auf der Scheibe gewesen.


8,5 von 10 Punkte

Tracklist
01.Tanz auf dem Vulkan
02.Beweg dein’ Arsch
03.Au Revoir
04.Berlin
05.Zwischen Gangstern und Ganoven
06.Werft die Gläser an die Wand
07.Ein Herz und eine Kehle
08.Du bringst mich um
09.Die Welt ist High
10.Nichts bleibt für immer

Hämatom
Berlin – Ein Akustischer Tanz auf dem Vulkan
Label: Anti Alles / Sony (The Orchard)
VÖ:02.04.2021
Genre: NDH mit Bigband

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