Start Adventskalender Adventskalender – A Merry Laser Christmas with Night Laser

Adventskalender – A Merry Laser Christmas with Night Laser

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Eine hypothetischer Weihnachtsabend

Alles würde mit Bennos Vorschlag beginnen, dieses Jahr doch mal Weihnachten mit der Band zu feiern. Hannes und Robert hätten trotz anfänglicher Bedenken (Reicht das Bier? Hat Benno auch das Weihnachtsalbum von Truck Stop parat?) Zeit und Bock, unter der Bedingung, dass es dieses eine Mal nicht eskaliert…

Pünktlich 25 Minuten nach der vereinbarten Zeit stünden Hannes und Rob auf der Matte. Natürlich hätte wenigstens einer vergessen, seiner Familie Bescheid zu sagen, aber sowas lässt sich ja regeln. Benno würde die beiden herzlich begrüßen und hätte bereits seit drei Stunden den Truthahn im Ofen. Roberts mitgebrachter Salat würde von allen hoch gelobt, weil er „so erfrischend simpel“ wäre. Der selbstgewürzte Glühpunsch nach Vollraths Geheimrezept hätte eine feine Veredelung mit Hansens echtem Überseerum erhalten, was nach einer ersten Verkostungsrunde bereits für eine spürbare Vergemütlichung der Grundstimmung gesorgt hätte. Nach einigen Optimierungsrunden wäre auch das perfekte Mischungsverhältnis etabliert worden, was in eine leicht bräunliche Färbung des zuvor tiefroten Getränks resultieren würde.

Mit einem prüfenden Blick in den Backofen würde Hannes geschulter, wenngleich schon leicht getrübter Blick erkennen, dass der Aggregatzustand des Vogels noch nicht wirklich als „knusprig“ zu bezeichnen wäre. Mit den Worten „Probier’ mal Ober- und Unterhitze, das geht schneller als wenn nur das Licht an ist.“ würde er seine dezente Kritik am Sachverstand des Sternekoches Benno zum Ausdruck bringen. Eine weitere Nachforschung würde ergeben, dass das Tier zwar in der Tat überaus hell, aber auch sehr kalt wäre. Die Idee mit dem Truthahn in der Mikrowelle würde zwar geäußert, aber da Benno erst vor kurzem Mr. Bean gesehen hätte, ebenso schnell wieder verworfen werden. „Na Gut, dann gibt’s eben nur Salat!“ – diese Worte würden Roberts Kreation aus ungeschnittenen Tomaten, ganzen Wiener-Würstchen und ein paar Handvoll fein säuberlich geviertelter Croutons plötzlich ganz appetitlich aussehen lassen. Benno würde mit den Worten „Außerdem sind im Punsch auch noch Früchte!“ den Ernährungsplan für den Abend um eine weitere feste Komponente erweitern. „Wenn sieben Bier ein Schnitzel sind, dann wird man doch von vier Litern Glühwein bestimmt auch irgendwie satt!“ – Für seine glasklare Logik würde Robert allgemeine Zustimmung und wissendes Nicken erhalten, weshalb das leibliche Wohl damit gesichert wäre. Das Dessert-Dosenbier würde sich als der gefragteste Gang des Abends erweisen, von dem auch gern mehrere Portionen genommen würden.

Nach einer kurzen Diskussion wäre der gefundene Konsens, dass man sich nun den Geschenken zuwenden sollte, solange noch alle in der Lage wären, eine Schere zu bedienen. Als Jüngster der Runde käme Benno die Ehre zuteil, als erster sein Geschenk zu öffnen. Mit den Worten „Ah, hoffentlich ist das nicht die „The End“-DVD von Black Sabbath, die hatte ich gerade gestern erst im At-Vancekalender…“ würde er die Verpackung der „The End“-DVD von Black Sabbath aufreißen, welche Hannes für ihn besorgt hätte. Ein kurzer Blick in Roberts Gesicht würde eine milde Panikattacke offenbaren, da er sich nach langem Überlegen und längerem Suchen für die „The End“-DVD von Black Sabbath als Geschenk sowohl für Benno als auch für Hannes entschieden hätte. Seine Irritation würde er beim Auspacken seines eigenen Geschenks mit den Worten“Haha, fühlt sich an wie eine „The End“-DVD von Black Sabbath!“ überspielen, kurz bevor er eine „The End“-DVD von Black Sabbath auspacken würde. Wohlwissend um den Musikgeschmack seiner Mitstreiter hätte Benno sowohl für Hannes als auch für Rob eine „The End“-DVD von Black Sabbath besorgt – ein Gedanke, den Hannes und Rob genau so gehabt hätten. Diverse „The End“-DVD-Auspackungen später wären die drei sich einig, dass Black Sabbath die allerbeste Band der Welt wäre und es würde beschlossen, jetzt alle 6 DVDs hintereinander zu schauen. Hannes Einwand, dass man dann gar nicht die Weihnachts-CD von Twisted Sister hören könne, würde zu dem Vorschlag führen, zu einem späteren Zeitpunkt alle 6 DVDs gleichzeitig – auf 6 Fernsehern – zu schauen und das Thema für’s erste abzuhaken.

-Schnitt-

Die bereits zum siebten Mal durchlaufende Weihnachts-CD von Twisted Sister würde die penibel einstudierten Gesänge der stimmgewaltigen Glam Metaller aus Hamburg dezent unterstützen. Dabei würde das beinahe rhythmische Klopfen des Nachbarn gegen die Zimmerwand die seit dem vorletzten CD-Durchlauf etwas angeschlagenen Subwoofer von Benno gekonnt ersetzen. Das Wohnzimmer wäre mittlerweile in einen Zustand verkommen, als hätte Cpt. Punishment persönlich seinen After-Work-Stress dort abgeladen. Ein metallisches Scheppern zertretener Bierdosen, gepaart mit dem monotonen Brummen der einsam im Punschtopf rotierenden elektrischen Zahnbürste und dem mit etwas Glitter dekorierten und zur Diskokugel umfunktionierten Truthahn-Kadaver würde eine angemessen christliche Atmosphäre erzeugen.

„Natürlich ist Godewind true! Und auch voll Unchained!!“ – Hannes Begeisterung für die Plattdeutsch-Kombo wäre der Einstieg zu einer intensiven Diskussion über die Kriterien der Unchainedness. Erfahrungsgemäß würde sich das Thema innerhalb der nächsten Stunden nicht zufriedenstellend abschließen lassen. Mit den Worten „Da können wir Silvester weiter drüber diskutieren, aber dann vielleicht lieber bei einem von uns zu Hause…“ würde sich Benno in ein sachtes Koma verabschieden.

Der nächste Tag würde mit den Vorbereitungen für ein ausgedehntes Katerfrühstück, bestehend aus den Salat-Resten und den letzten an der Tankstelle verfügbaren Schinken-Käse-Croissants, beginnen, sowie mit dem Vorsatz, jetzt doch mal die „The End“-DVD von Black Sabbath zu gucken. Die Diskussion darüber, welche DVD man nun nehmen sollte, würde von der plötzlichen Heimkehr der entgeisterten Wohnungseigentümer unterbrochen. Die Mitglieder eurer Lieblingsband würden notgedrungen über den Balkon flüchten, aber das ist eine andere Geschichte.

 

…und deshalb feiern wir lieber alleine…

 

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