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Kadabra – Ultra – Review

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Die Pandemie war einer der ausschlaggebenden Punkte, die Garrett Zanol und Ian Nelson dazu bewegten, Kadabra zu gründen. Der Sound sollte Einflüsse von ihren Musikidolen widerspiegeln. Mit Drummer Chase Howard wurde die Band komplettiert und man machte sich an die Arbeit für ein Album, das die derzeitige Verfassung der Formation aufzeigt.

Die in Washington (US) beheimatete Combo liefert einen Mix, der an Dead Meadow oder auch Black Sabbath erinnert. Ihr sieben Track umfassendes Debüt-Album „Ultra“ wird am 17. September via Heavy Psych Sounds Records erscheinen. Produziert hat den Silberling Dawson Scholz.
Liest man dann den Pressetext steht da: „One of the best albums in this 2021 so far!“
Was wir davon halten, könnt ihr dann hier lesen.

Wir haben für euch mal reingehört in die gefühlt unendlich andauernden Songs. Der Silberling braucht knappe 45 Minuten für einen Durchgang.

Der Opener „Graveyard“ klingt schon verdächtig nach Black Sabbath. Der Track ist, sagen wir es mal so, mehr als nur gemütlich, teilweise einfach richtig langsam trifft es am ehesten. Mit dem verzerrten und eher roh wirkender Sound, wir hoffen mal dieser wurde in diesem Fall als Stilelement genutzt, darf man die komplette Spiellänge des Silberlings auseinander setzen. Gesanglich wird in einem etwas höherem Spektrum gearbeitet, ohne dass es zu schrill oder quietschig wirkt.
Sehr träger Shuffle-Rhythmus flutet den Raum als „Faded Black“ ertönt. Da sind 7:30 Minuten schon ein wenig anstrengend, weil es nicht so eingängig ist, dafür aber umso komplexer. Man muss sich entweder auf die Lieder konzentrieren oder die Musik gleitet an einem vorbei, liegt wohl am Psychodelic-Schlag, den die Stücke haben. Gegen Ende nimmt der Track kurzweilig etwas mehr an Fahrt auf.

Spätestens beim dritten Track „Eagle 20‘s“ merkt man, dass man ein wenig Geduld benötigt für den Longplayer. Auch hier läuft es sehr gemächlich zu Beginn, der Song zieht aber nach etwas über einer Minute im Beat zumindest zur Midtempo-Nummer an. Der durchaus dominierende kratzige Gitarrensound und der Gesang wirken wieder ungeschönt auf uns ein. Auf den Drummer sollte man im Übrigen das ganze Album lang besonders achten!
Ein wenig mehr Tempo liefert uns dann „Bean King“, nebst abgehackter Akkorde. Die Vocals mit Hall unterlegt, so dass sie mehrstimmig klingen, wirken durch den Delay nicht ganz so hoch wie in den Stücken davor. Grob erinnert der Track an Wolfmother und Pink Floyd.

Mit „Death“ geht es gefühlt so weiter wie schon davor. Nichts wirklich Neues, keine großen Veränderungen an Gesang oder dem Stil. Ein fast Jimi Hendrix würdiges Wah-Wah Gitarren-geschrubbe rundet den Song ab.
Mit eben dieser Art von Saiteninstrumenten-Sound geht es bei „Coyote“ weiter. Es wirkt, als wollte man zwanghaft den 70er-Dark-Heavy-Rock-Sound von Black Sabbath mit extrem Psychodelic Vibes von Pink Floyd versehen. Dieser Mix ist für einige Zuhörer, welche vielleicht schon der etwas älteren Generation angehören, besonders ansprechend.
Das Ende ist in Sicht, „Settle Me“ ist dann doch wieder etwas grooviger.

Fazit: Die Redaktion ist bei diesem Longplayer zwiegespalten. Dem einen gefällt das Werk sehr gut. Interessante, vielfältige Schlagzeugrhythmen, die das groovige Soundgerüst aufbauen, mit vielen Fills gespickt, lassen das Luftschlagzeuger-Herz höher trommeln.

Der andere Teil der Redaktion fand das Album eher nicht so prickelnd. Manch einer könnte diese Art von Musik nur stoned genießen. Die vollen 44 Minuten, die der Silberling rotiert, sind, wenn man jetzt nicht genau auf diese Art Musik steht, etwas anstrengend und schwer durchzuhalten. Man musste sich dann wirklich konzentrieren um nichts zu verpassen, weil die Stücke doch sehr komplex sind.

Für alle Parteien, die an dieser Bewertung zugange waren, ist zumindest eine Sache 100% stimmig. Der Schlagzeuger ist der Star des Albums.

7,5 von 10 Punkten

Tracklist
01.Graveyard
02.Faded Black
03.Eagle 20‘s
04.Bean King
05.Death
06.Coyote
07.Settle Me

Kadabra
Ultra
Label: Heavy Psych Sounds Records
VÖ: 17.09.2021
Genre: Dark Heavy Rock/Psychodelic

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