Start Allgemein Schattenmann – Epidemie – CD Review

Schattenmann – Epidemie – CD Review

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Der NDH-Vierer Schattenmann aus Nürnberg veröffentlicht am 05. Juli sein zweites Werk. Der Name lautet „Epidemie“. Wenn man alleine nach dem Titel geht, sollte sich die Scheibe genauso rasant ausbreiten, wie eine hoch ansteckende Krankheit. Wäre ja eigentlich auch nicht verwunderlich. Die Jungs sorgten ja mit ihrem 2018 erschienenen Debüt-Album „Licht An“ schon für mächtig Wellen.

Des Weiteren tourten sie mit Megaherz, Hämatom und Unzucht durch die Lande, was ihnen natürlich reichlich Fans einbrachte. Einen kreativen Schub bekam die Band bei ihrem Stage-Debüt auf dem M‘era Luna. So voller Energie und Tatendrang ging es von da an ans Schreiben neuer Texte und ab ins Studio. Was da außer Schweiß, Blut und Tränen noch so alles im neuen Album steckt, wollten wir dann genauer wissen, und haben uns „Epidemie“ für euch angehört.

Euch erwartet ein 12 Songs umfassender Longplayer, der mit dem Opener „Schattenland“ energiegeladen loslegt. Schlagzeugsalven und düstere Klänge zu Beginn, dann ein Gitarrenriff und Synthesizer-Mix und obendrauf die Voice von Frank. Leider ist die Stimme etwas zu gepresst, und irgendwie erinnert das Lied ein wenig an die Böhse-Onkelz-Lieder der späten 90er. Vielleicht ist es auch einfach dem Genre geschuldet!

F.U.C.K.Y.O.U.” Das denken sich bestimmt Einige, wenn es um andere Menschen, Beziehungen oder einfach der Umgang miteinander ist. Schattenmann lassen hier eine sehr persönliche Geschichte vom Stapel. Sehr pop-lastig macht der Track aber mächtig Laune. Der Refrain bleibt im Gehörgang haften und man singt ihn spätestens im zweiten Durchgang mit.

Schlag für Schlag“, oder eher Wort für Wort, schallt der Track aus den Boxen. Der Refrain wurde gesungen, aber die Strophen sind mehr gesprochen als alles andere. Was das Lied eher mäßig macht, der Refrain reist es aber wieder raus..

Es gibt aber noch einen zweiten Track, der auch teil-eingesprochene Lyrics hat. Deutlich gefühlvoller „Ruf der Engel“, eine sehr schöne Ballade aus dem Hause Schattenmann. Sehr gut gelungen, hörenswert und geht unter die Haut – was will man da mehr?

Zu „Epidemie“ ist das Video ja schon auf Youtube zu sehen. Power meets Pop, der Track ist ansteckend, wie man es dem Namen schon entnehmen kann. Irgendwie infiziert man sich, und plötzlich machen sich so sonderbare Zuckungen im Körper breit… Wir glauben, man nennt das Tanzen 😉

Direkt im Anschluss geht es mit treibenden Rhythmen inklusive Schlagzeuggewitter bei „Wahrheit oder Pflicht“ und „Kopf durch die Wand“ weiter.

Ups, der Anfang könnt von Combichrist sein. Die Rede ist von „Schwarz = Religion“. Jedoch entwickelt sich der Song sehr schnell zur NDH-Nummer, typisch für Schattenmann. Harte Klänge im Mix mit reichlich Synth, das hört sich so weit sehr gut an. Auch im Folgetrack „Gewissen“ wurde mit den Synthklängen nicht gespart. Aller guten Dinge sind drei. Auch die nächste Nummer „Darkroom“ ballert nur so tanzbare Beats durch die Boxen. So viel Pop, aber auch so gut gelungen, macht der Song echt Spaß.

Danach wird es echt deep. Da hauen die vier Musiker mit „Nadel und Faden“ aber eine Ballade raus. Ich seh schon die Feuerzeugflämmchen, bzw. heute benutzt man ja auch dafür das Handy, auf den Konzerten, in der Luft wedeln. Gefühlvolle Stimmung macht sich breit. Im letzten Drittel wurde perfekt ein Gitarrensolo platziert, was dem Stück nochmal eine gewisse Note verleiht. Davon dürfte es ruhig mehr sein.

Zum Abschluss noch mal ne kleine Midtempo-Nummer gefällig? Phantom“, Leider ist auch hier wieder der Gesang so gedrückt, was zumindest mich ein wenig stört. Schließlich hat Frank Herzig ja eine gute Stimme und müsste nicht so pressen, dazu wieder teilweise eingesprochenen Lyrics. An und für sich ist der Song gut, doch wird er durch die Vocals ein wenig gedämpft.

Fazit: Also geht doch! Die Band hat sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentiert ein Album, das nicht dem Einheitsbrei entspricht. Welches viel Gefühl und doch genug Härte aufweist, um einen in seinen Bann zu ziehen. Klar hat man so seine Lieblingsstücke schnell gefunden. Bei mir sind es „Nadel und Faden“, gleich gefolgt von „F.U.C.K.Y.O.U.“. Jedoch sollte ich dazu sagen, dass auch die anderen Lieder gut sind. Der Sound und der gesamte Musikmix machen es sehr angenehm, den Klängen zu lauschen, und auch bei einer Dauerrotation in der Anlage wird der Silberling nicht langweilig.

Punkte 9 von 10

Tracklist

01. Schattenland
02. F.U.C.K.Y.O.U.
03. Schlag für Schlag
04. Epidemie
05. Wahrheit oder Pflicht
06. Ruf der Engel
07. Kopf durch die Wand
08. Schwarz = Religion
09. Gewissen
10. Darkroom
11. Nadel und Faden
12. Phantom

Schattenmann
Epidemie
VÖ: 05.07.2019
Label: AFM
Genre: NDH

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