Start Allgemein Eluveitie – Ategnatos – CD-Review

Eluveitie – Ategnatos – CD-Review

1978
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Die Schweizer Folk-Metal-Combo Eluveitie meldet sich mit einem neuen Album zurück. „Ategnatos“ heißt das Werk, das nach einer längeren kreativen Schaffenspause entstand und am 05.April via Nuclear Blast veröffentlicht wurde. Eluveitie konnte sich mit ihrem unverwechselbaren Sound aus Folk, Melodic Death Metal und Pagan eine breite Fangemeinschaft erarbeiten. Die Band ging aus dem ländlichen Mystizismus der Schweizer Alpen hervor und ist seit jeher tief in der keltischen Mythologie, der gallischen Geschichte und der protoeuropäischen Kultur verwurzelt.

„Ategnatos“ ist das gallische Wort für „Wiedergeboren“ und genau das ist die Band. In den letzten Jahren mussten die Schweizer einige personelle Wechsel verarbeiten, die neunköpfige Combo um Bandleader, Sänger und Gitarrist „Chrigel“ Glanzmann hat sich quasi runderneuert. Zu den Innovationen gehört unter anderem, dass man hier zum ersten Mal mit einem echten Streichquartett zusammengearbeitet hat. Auch die Harfe von Sängerin Fabienne Erni hat auf diesem Album viel Platz bekommen.

Das Album beginnt geheimnisvoll. Mit sonorer Stimme wird hier eine Story erzählt bevor Drums und Flöten „Ategnatos“ aufbauen. Der Song bietet Midtempo-Passagen, die durch allerlei mittelalterlichen Instrumentengedöns untermalt werden, doch durch die Melodic-Death-Metal-Parts haut der Song dann doch voll in die Fresse. Was für ein Opener, das macht auf jeden Fall neugierig auf den Rest des Albums.

Bei „Deathwalker“ hat die Frau an der Drehleier (Michalina Malisz) richtig viel zu tun und das, obwohl der Song durchaus härter ist. Klingt stellenweise wie „Augsburger Puppenkiste“ macht „Riverdance“ auf Speed.

„Black Water Dawn“ lässt gleich zu Beginn den Kopf rhythmisch wippen bevor der Refrain wieder etwas an Tempo verliert. Irgendwie episch, besonders der dominante Gitarrenpart am Ende.

„A Cry In The Wilderness“ ist eine der härteren Nummern. Hier dominieren die Death-Metal-Parts und der Drummer (Alain Ackermann) gibt richtig Gas. Sehr gelungen wie sich die mittelalterlichen Instrumente zurückhaltend in das Gesamtgefüge des härteren Songs einfügen. Nach mehrmaligem Hören entpuppt sich dieser Song als Ohrwurm. Ein Album-Highlight ist auf jeden Fall „The Raven Hill“. Der Song hat gewisse Ähnlichkeiten mit „What Shall We Do With The Drunken Sailor“ und ist auf jeden Fall schon beim ersten Hören absolut eingängig.

Auch „Ambiramus“ geht gut ab und hat Ohrwurmpotenzial. Der Song wurde in nur zwei Stunden im Studio geschrieben, wie Chrigel Glanzmann erzählt. Hier dominiert der zuckersüße Gesang von Fabienne Erni, wird aber durch die wohltuende Death-Metal-Stimme von Glanzmann zu einer Nummer, die nicht allzu sehr in den Pop-Bereich abdriftet. Obwohl, so eine dezente Anmutung von „Abba“ drängt sich dem geneigten Hörer schon auf 😉 Das Gleiche gilt auch für „The Slumber“, wo der Refrain stimmliche Parallelen zu „Abba“, „Britney“,… aufweist.

Düsterer wird es dann wieder bei „Mine Is The Fury“, das hat etwas von einer Fusion aus Pirate- und Death Metal und erinnert mich stark an Yippie a yeah – Ghost Riders in The Sky“. Dieser Song könnte stellenweise auch von „Childen Of Bodom“ stammen. Wow, was für ein starker Song!

Bei „Worship“ ist „Andy Blythe“ von „Lamb of God“ als Gastsänger mit an Bord. Treibende Drums und düstere Growls lassen kurze Anflüge von Metalcore zu, das Werk sticht eindeutig hervor, jedenfalls so lange bis hier wieder Flöte und Streicher hinzukommen. Eine gelungene Nummer, aggressiv und kraftvoll. Dürfte bei Live-Auftritten eindeutig zum Moshen und Headbangen verleiten. Und auch bei „Threefold Death“ sind die Circlepits vorprogrammiert.

„Breathe“ bietet wieder mehr poppige Elemente und ist eingängig, aber Highlight ist der sakrale Lobgesang am Ende. Die andächtige Stille ist bei dem knüppelharten Anfang von „Rebirth“ aber gleich wieder vorbei – jo, das geht gut ab!

Fazit: „Eluveitie“ hat mit Ategnatos ein solides Werk abgeliefert. Kraftvoll und mit aggressiven Parts, stellenweise jedoch zuckersüß, wenn Sängerin Fabienne Erni ihre Stimme locker und leicht in die Höhe schraubt. Die „Bunte Mischung“ für jeden Geschmack, etwas Folk, etwas Melodic Death Metal, etwas Pagan. Im Vergleich zu den vorherigen Alben ist auf dem neuen Werk mehr metallische Härte und gleichzeitig auch ein größerer stimmlicher Frauenpower-Anteil zu hören. Da kann man nicht meckern, wenngleich der richtige Kracher fehlt.

Wertung 9/10 Punkten

Tracklist:

01. Ategnatos
02. Ancus
03. Deathwalker
04. Black Water Dawn
05. A Cry In The Wilderness
06. The Raven Hill
07. The Silvern Glow
08. Ambiramus
09. Mine Is The Fury
10. The Slumber
11. Worship
12. Trinoxtion
13. Threefold Death
14. Breathe
15. Rebirth
16. Eclipse

Eluveitie
Ategnatos
Label: Nuclear Blast
VÖ: 05.04.2019
Genre: Folk Metal, Melodic Death Metal, Pagan Metal

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