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LIMBS – Father’s Son – CD-Review

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Die amerikanische Hardcore-Band LIMBS hat am 27. 04. mit „Father’s Son“ ihr Debüt-Album herausgebracht. Das Quintett aus Tampa /Florida wechselte zu dem australischen Label UNFD und veröffentlichte nach ihrer EP „Admission“ im Jahr 2014 jetzt ein Konzeptalbum, das sich mit dem Thema Religion auseinandersetzt. In dem dazugehörigen Pressetext heißt es: „’Father’s Son‘ gives listeners a dark and brooding look at a young man’s journey out of religion as he comes to terms with both his upbringing and his own actions.“

Mmmmh, was soll man sich darunter nun vorstellen? Wir haben die CD mal gespannt eingelegt….

Der erste Song „Fed“ fängt langsam und ruhig an, zarte Gitarrenklänge, dazu verzerrter Gesang, aber dann geht’s ab – jedoch nur kurz, schade. Das Ende ist dann wieder ruhig. Der Opener „Fed“ scheint eher als Intro gedacht, gespielt mit angezogener Handbremse. Man ahnt die Power, die sich auf dem Album entfalten könnte und lauscht gespannt weiter. Belohnt wird man mit „Father’s Son“, eine schöne Nummer mit einem langsamen Ende und Klargesang.

Abba“ ist einer der stärksten Songs auf dem Album, zusammen mit „Black Thumb“ bedient er das klassische Post-Hardcore-Genre. Hier gibt’s voll auf die Fresse, die Stimme erinnert an „Bring Me The Horizon“– zornige junge Männer, die ihre ganze Wut hinausschreien.

Twelve Stones“ beginnt mit Wassergeplätscher, einer ruhige Gitarre und dann der glasklaren Stimme von Sänger Chris Costanza, die sich erstaunlich gekonnt in die Höhe schraubt. Ein ruhiger Song, den man so nicht auf einem Hardcore-Album erwartet hättet. Der Text besteht nur aus der einzigen Frage „Will you shower me with tears (from the crown)?“

Der ruhige Moment ist mit „Weep“ schnell wieder vorbei. LIMBS bedient wieder das Core-Genre, bleibt dabei aber recht sanft. Sehr schön der Harmoniegesang im Mittelteil. Auch „Homestead“ fällt in diese Kategorie.

Mit „Sacrament“ dann der bedächtigste Song des Albums. Hier muss man schon eine gewisse Offenheit für alternativen Sound mitbringen. Ruhiger Beginn, die Lyrics kurz und übersichtlich, gospelähnlicher Klagegesang. Ein starkes Stück, das man so nicht auf einem Post-Hardcore-Album erwartet hätte. Und so geht es mit „Crossed“ weiter. Zu Beginn hämmernde Geräusche, das passt schon mal prima zum Thema Kreuzigung. Erinnert an „While She Sleeps“. Besonders überzeugend ist das chorale Ende. Insgesamt ein echter Hinhörer.

Tangled Hand“ wurde bereits vorab veröffentlicht, ist aber nicht der herausragendste Song des Albums. „When will I find direction? Wasn’t your job, to save me, tangling your hands in everything, so many years strangling the light inside of me, my vision’s bleak with no one here to save me“. Der Abschlusstrack „Blister“ ist wieder relativ zurückhaltend, eine zerbrechliche Stimme und ein abruptes Ende lassen viele Fragen offen.

Fazit: Ein vielversprechendes Post-Hardcore-Debüt mit sehr schönen Ideen, wie z.B. die Themen „Sacrament“ und „Crossed“ musikalisch durch Percussion unterstützt werden. Vielseitig, mit einigen ruhigen Parts und Klargesang. Aber dennoch nicht herausragend aus der Vielzahl der Bands, die sich in diesem Genre tummeln. Man darf gespannt sein, was nach diesem Album folgt.

Wertung: 8 von 10 Punkten

01. Fed
02. Father’s Son
03. Abba
04. Black Thumb
05. Twlve Stones
06. Weep
07. Homestead
08. Sacrament
09. Crossed
10. Tangled Hands
11. Blister

LIMBS
Father’s Son
Label: UNFD
VÖ: 27. April 2018
Genre: Post-Hardcore

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