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George A. Romero – 1940-2017 – wie die Zombies laufen lernten

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Gestorben wird immer, das gehört nun mal zum Leben dazu. Gerade holte sich Gevatter Tot auch einen meiner Lieblingsregisseure. George A. Romero. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als junges Mädchen bei einer Freundin zu Besuch war und wir heimlich Zombie 2 anschauten. Was hatte man Angst und wie pochte das kleine Herz. Moment, wie entflammte das kleine Herz sich für das Horrorgenre und genau diese Art von Horrorfilm. Bis heute zählen Romeros Werke für mich persönlich zu den besten Horrorstreifen aller Zeiten. Er öffnete den Weg für ein neues Zeitalter, es war die Stunde des modernen Horrors.
Doch woher kam der Schöpfer der Zombies und was hat er sonst noch so gemacht?

George A. Romero erblickte am 04. Feb. 1940 in New York City das Licht der Welt, genauer gesagt im Stadtteil Bronx. Wer hätte damals gedacht, dass der einstige Schüler einer katholischen Schule sich mit Leib und Seele dem Horrorgenre verschreiben würde, und sogar zum Kultregisseur tausender werden sollte! Doch beginnen wir am Anfang.

Bereits im zarten Alter von 14 Jahren machte George, damals noch mit einer Schmalfilm-Kamera bewaffnet, seine ersten Gehversuche im Film. 1958, gerade mal vier Jahre später, wurde der 18-Jährige mit dem Future Scientists of America Award für „Earthbottom“ geehrt, eine Geologiedokumentation, die er im Zuge eines Highschoolprojekts anfertigte. Bald schon schrieb er sich für ein umfangreiches Studium ein. Zu seinen Fächern zählten Kunst, Theaterwissenschaft und Design. Nach dem erfolgreichen Abschluss 1961 durfte er den Titel „Bachelor Of Arts“ tragen und verdiente sein Geld durch Hilfstätigkeiten bei Produktionen für Nachrichtenbeiträge. Mit einem Studienfreund gründete er im selben Jahr “Image Ten Productions”, eine Produktionsgesellschaft, die sich mit dem Dreh von Werbespots und Lehrfilmen über Wasser hielt.

1968, mit nur einem kleinen Budget von gerade mal 100000 $, erweckte er zum ersten Mal die Toten. „Die Nacht der Lebenden Toten“ sollte einer seiner bekanntesten Filme überhaupt werden. Der Schwarz-Weiß-Streifen traf den Nerv der Zeit. Die hintergründigen Aussagen zu Rassismus und Vietnamkrieg machten ihn zum Geheimtipp. Dieser Film wurde nicht nur vom New Yorker Museum of Modern Art in die Sammlung aufgenommen, sondern legte auch den Grundstein zum modernen Horrorfilm. Auch seinen Werken „Crazies“ (1973) und „Martin“ (1977) verpasste er eine gehörige Portion Gesellschaftskritik, jedoch wurden diese nicht wie erhofft zum Kassenerfolg.

Mit „Zombie“ (Dawn Of The Dead) kamen 1978 nicht nur die Zombies sondern auch die Besucher wieder zurück in die Kinos. Dem einen oder anderen ist der Film vielleicht auch als „Kaufhauszombies“ oder „Zombies im Kaufhaus“ geläufig, spielt doch der Großteil der Geschichte in einem amerikanischen Kaufhauskomplex. Wegen seiner exzessiven Gewaltdarstellung wurde der Film ein gefundenes Fressen für den Jugendschutz, kam in mehreren Ländern auf den Index und wurde beschlagnahmt. 1985 wurde einen weiterer Stein des Zombiemonuments gelegt. „Zombie 2“ oder auch „Day Of The Dead“ musste sich mit reichlich negativer Kritik auseinandersetzen. Der Grund dafür war, dass George sich weigerte, diesmal auf eine explizite Gewaltdarstellung zu verzichten. Die Geldgeber strichen kurzerhand die Hälfte des zugesagten Budgets und Romero musste das Drehbuch umschreiben um Geld zu sparen. Erfolge feierte er mit „Tales from the Darkside“, einer Fernsehserie, welche von 1983-1988 erstausgestrahlt wurde.

Die Jahre vergingen, ich wurde älter und als ich dann mehr und mehr in die Materie des Horrofilms eindrang, wurden die Episoden von „Tales from the Darkside“ geradezu von mir verschlungen. Durch Romero begann ich natürlich auch andere Master of Horror Regieseure genauer zu betrachten. Einer davon ist Dario Argento. Es freute mich natürlich zu sehen, dass eben diese zwei Größen bei „Two Evil Eyes“ gemeinsame Sache machten. Meine Videosammlung wuchs stetig und doch wartete ich immer auf weitere Teile der Zombie-Reihe.

Mit der Band Misfits handelte George einen quid pro quo Deal der besonderen Art aus. Er produzierte deren Video zum Song Scream, in welchem sich die Musiker in Zombies verwandeln. Im Gegenzug erklärten sich die Horrorpunker dazu bereit, im Film „Bruiser“ mitzuwirken und zu selbigem zumindest Teile des OST beizusteuern. Es folgte die sechsteilige Comic-Reihe „Toe Tags“ (The Death of the Death.

2004 ein weiterer Zombiefilm und natürlich ein weiterer Kassenerfolg. Mit „Land Of The Dead“, der Neuverfilmung von „Dawn Od The Dead“, fügte George seiner Zombie-Reihen einen vierten Teil hinzu. Neu war hier, dass seine Untoten zum ersten Mal rennen konnten. Dem Trend folgend erschien, ganz im Stil des ersten „Blair Witch“-Filmes, mit „Diary Of The Dead“ 2007 ein weiterer Teil des Zombie-Epos. Mit einer Kameraführung, die teilweise aus der Perspektive von gehetzten Personen aufgenommen schien, wurde der fünfte Teil der Zombie-Reihe abgedreht. Der letzte Teil, „Survival Of The Dead“ sollte 2009 die Zombie-Reihe komplettieren und zum Abschluss bringen.

George A. Romero war nicht nur Autor, Filmregisseur und Filmeditor, er war auch Schauspieler und konnte in seinen Werken in kleineren Rollen sowie in Filmen wie in „Das schweigen der Lämmer „ in Kleinstrollen gesehen werden.

Für mich war Romero einer der es schaffte, mit wenig Geld Unglaubliches zu leisten. Betrachtet man nur einmal, wie viele Millionen $ heutzutage für Produktionen hinausgeworfen werden, nur um noch bessere Effekte zu erzielen, damit noch mehr Geld in die Kassen gespült wird. George A. Romero hat es vorgemacht. Bei Zombie 2 hat er mit nur 1,5 Millionen $ Produktionskosten einen Kassenschlager geliefert, der über 40 Millionen $ einspielte. Es kommt eben nicht immer nur auf Effekte an, sondern auch, ob man den Nerv der Zeit trifft. Die Quantität der Explosionen sagt nichts über die Qualität des Streifens aus.
George A. Romero, hat die Filmwelt aufgemischt, die Fans begeistert und den Jugendschutz in Alarmbereitschaft versetzt. Er hat uns die besten Zombiefilme geschenkt, die es auf dem Markt gibt und Generationen von Zuschauern ins Kino gelockt. Er gilt bis heute als Mitbegründer des modernen Horrors. Er hat sich selbst schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Unzählige Filme und Serien schöpften Inspiration aus seinen Werken. George wurde 77 Jahre alt und die Horrorfans weltweit trauern um einen der ganz Großen der Szene.

Ich sage: „Danke George, für so viele Stunden Gänsehaut, die deine Meisterwerke mir beschert haben!“

 

Hier eine Auflistung seiner Werke Quelle Wikipedia
Regie und Drehbuch
1968: Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead)
1972: Season of the Witch
1973: Crazies (The Crazies)
1977: Martin
1978: Zombie (Dawn of the Dead)
1981: Knightriders – Ritter auf heißen Öfen (Knightriders)
1982: Creepshow, auch: Die unheimlich verrückte Geisterstunde (Creepshow)
1985: Zombie 2 (Day of the Dead)
1988: Der Affe im Menschen (Monkey Shines)
1990: Two Evil Eyes (zusammen mit Dario Argento)
1993: Stephen Kings Stark (The Dark Half)
2000: Bruiser
2005: Land of the Dead
2007: Diary of the Dead
2009: Survival of the Dead

Regie
1971: There’s Always Vanilla
1974: The Winners (Fernsehserie, Folge Willie Stargell: If I Didn’t Play Baseball)
1974: O. J. Simpson: Juice on the Loose (Dokumentation über O. J. Simpson)

Drehbuch
1983–1986: Tales from the Darkside (Fernsehserie, Folgen Trick or Treat, The Circus, Baker’s Dozen und The Devil’s Advocate)
1987: Creepshow 2
1990: Geschichten aus der Schattenwelt (Tales from the Darkside: The Movie, Teil Cat From Hell)
1990: Die Rückkehr der Untoten (Night of the Living Dead)

Schauspieler
1968: Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead)
1971: There’s Always Vanilla
1977: Martin als Pater Howard
1978: Zombie (Dawn of the Dead)
1985: Zombie 2 (Day of the Dead)
1986: Lot swierkowej gesi (Flight of the Spruce Goose)
1991: Das Schweigen der Lämmer (The Silence of the Lambs)
2007: Diary of the Dead