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Krayenzeit – Staub und Tränen- Teil 1: Aus der Asche – Review

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Gerade ist die Lage der Eventbranche echt bescheiden. Konzerte abgesagt, Festivals gestrichen und auch so haben die Musiker und Künstler keine gute Aussicht, dass es bald besser wird.
So manch eine Band überlegt schon, alles hinzuschmeißen.

Umso schöner ist es dann, wenn man ein neues Album zugesandt bekommt, das zeigt, dass die Band nicht den Kopf in den Sand steckt, sich irgendwie über Wasser hält und ihren Fans Hoffnung auf ein besseres Morgen, ein baldiges Wiedersehen und tolle Konzertmomente macht.

Die Band Krayenzeit hatte nun auch nicht gerade eine rosige Zeit hinter sich, doch rappelten sich die Künstler auf und stampften ihr neues Album „Staub und Tränen – Teil 1: Aus der Asche“ aus dem Boden, welches via Trisole Music Group/Soulfood heute am 22. Januar in die Läden kam.

Was erwartet euch?

Die Krayenzeit knallen euch einen Mittelalter-Folk-Metal-Silberling auf den Tisch. Dieser wurde mit 13 Tracks gespickt und wartet mit rund 53 Minuten Spieldauer auf.

Das „Intro“ wird von einer Art Geschichtenerzähler eröffnet, dazu ein paar düstere Klänge, das Spiel einer Flöte. Alles sehr atmosphärisch.
Umso überraschender, dass „Wir sind Geschichte“ dann so fröhlich aus den Boxen hämmert. Groovig, eingängig und mitreißend ziehen die Krähen dich in ihren Bann.
Auch bei „Neue Helden“ geht es zur Sache. Satte, harte Riffs, Schlagzeuggewitter, ein nicht ganz unpolitischer Text und der eingängige Refrain schlagen hier deutlich zu Buche.

Mächtig aus den Boxen ballert dann auch der Folgetrack „Die Rabenfänger“. Hier und da schwächt der Song etwas ab, aber zieht auch gleich wieder an. Der Refrain schreit förmlich nach Konzerten und Festivals, weil er ein echter Mitgröhler ist. Das Gitarrenhals-Geschrubbe und der Kriegszustand an den Drums sorgen für die nötige Härte.

Opulent geht es mit „Staub und Tränen“ weiter. Der Titeltrack ist zeitgleich auch das längste Werk auf dem Silberling. Wäre es ein Movie, würden hier wohl die Helden in die Schlacht ziehen. Instrumental wie auch gesanglich wurde hier alles gegeben, um das Lied filmtauglich zu machen. Was für ein geiler Song. Hier stimmt einfach alles, Härte, Melodie und Vocals ziehen einen in das Geschehen, und wenn man sich fallen lässt, kann man mit Krayenzeit hier in die Story abtauchen.

Mit „Unsterblich“ gibt es eine softe Ballade auf die Ohren, denn auch das haben die Krähen drauf. Gleich gefolgt von der kraftvollen Nummer „Im Bund der Krähe“.

Irgendwie erwartet man bei den ersten Klängen von „Durch den Sturm“ einen Horrorfilm, aber Momente später legt sich das auch wieder. Der Song gibt es einem instrumental eher auf die harte Tour, gesanglich werden dann aber softe Klänge angeschlagen.

Ah, mehr Folk bekommt ihr dann bei „Je länger, umso lauter“ auf die Lauscher. Der Track klingt nach Lagerfeuer, Saufgelage und irischer Bar. Also genau das, was man jetzt braucht. Gute Laune garantiert.

Geknister, sanfte Saiteninstrument-Klänge, ein gewisser Falco „Out Of The Dark“-Beigeschmack, die Rede ist von „Willkommen im Nichts“. Gesanglich zurückhaltend, eine zerbrechliche Struktur des Gesamtgerüstes macht das Lied fast zu einer Ballade. Wenngleich man das Gitarrensolo, die Drums und den eingängigen Refrain nicht außeracht lassen sollte.

Seichte Electro-Klänge, kratziger Gitarrensound. Märchenstunde mal anders. „Küss den Frosch“ ist wieder eine echte Tanznummer. Stillstand ist keine Option, da der treibende Beat einen sofort erfasst und der Körper von ganz alleine zu zappeln anfängt.
„Mein Bruder“ ertönt und gleich weiß man, warum Krayenzeit noch als Mittelalter-Band gelistet sind. Keinesfalls müssen sich die Krähen hinter den Konkurrenten „Schandmaul“ verstecken. Denn der Track zeigt deutlich, dass die Formation auch dieses Genre locker abdecken kann.

Ein letztes Mal fallen lassen und mit den Ludwigsburger Musikern in die Geschichte abtauchen. Bei „Schwerelos“ ist das gar kein Problem. Die Melodie der Ballade lädt gerade zum Träumen ein. Ein gut gewählter Album-Abschluss, soft wird man emotional runtergefahren.

Fazit: Was ein Album! Das nennen wir mal ein Highlight in der düsteren Zeit. Der 13-Track-starke Silberling lässt das Herz höherschlagen, hebt die Stimmung und ist einfach gut. Es gibt vielleicht ein oder zwei etwas schwächere Lieder, aber keines, wo man auch nur ansatzweise meckern könnte. Für uns ist ganz klar „Staub und Tränen“ der Hit des Longplayers. Mit über sechs Minuten Spielzeit ein echtes Monster, das besser hätte nicht sein können. Wie oben schon erwähnt, ist der Song filmreif, opulent und bleibt im Gehör. Wir sind schon gespannt, was uns Krayenzeit dann mit Teil 2 des Albums irgendwann präsentieren werden.

9 von 10 Punkten

Tracklist
01. Intro
02. Wir sind Geschichte
03. Neue Helden
04. Die Rabenfänger
05. Staub und Tränen
06. Unsterblich
07. Im Bund der Krähe
08. Durch den Sturm
09. Je länger, umso lauter
10. Willkommen im Nichts
11. Küss den Frosch
12. Mein Bruder
13. Schwerelos

Krayenzeit
Staub und Tränen Teil 1: Aus der Asche
Label: Trisol Music Group/ Soulfood
VÖ: 22.01.2021
Genre: Mittelalter-Folk-Metal

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