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Our Mirage – Unseen Relations – Review

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Our Mirage treiben seit rund drei Jahren ihr Unwesen. Gerade haben die Nordrhein-Westfalener ihre neue EP „Unseen Relations“ via Erising Empire released. Naja, EP ist gut gesagt, hätte man doch hier eher mit vier bis acht Tracks gerechnet. Aber nein, die Formation um Timo Bonner haut da gleich mal fucking 11 Songs auf den Silberling. Allerdings rotiert der Silberling nur schlappe 35 min. in der Anlage. Für Our Mirage ist es nach dem 2018 erschienenen „Lifeline“ die zweite Veröffentlichung der Bandgeschichte, und auch hier war schon Arising Empire als Rückendeckung mit am Start.

Wir hatten schon zum Erstlings-Werk der Jungs aus dem Ruhrpott eine Review geschrieben.

Meine Kollegin sagte damals zu „Lifeline“ im Fazit: Insgesamt sind die Songs durchweg gut komponiert. Besonders beeindruckend, wie Sänger Timo Bonner seine Stimme einsetzt, er beherrscht alle Facetten des Klargesangs, aber auch die Post-Hardcore-typischen Shouts klingen absolut sauber. Was allerdings fehlt, sind eingängige Riffs, etwas mehr Aggressivität hätte dem Album ebenfalls gut getan. Leider etwas gleichförmig geraten, dennoch darf man gespannt auf die Nachfolge-Alben warten und schauen, wie sich die Band entwickeln wird.

Nun liegt uns „Unseen Relations“ vor – und was sollen wir dazu sagen?

Die Songs wirken immer sehr soft, wenngleich die Lieder Post-Hardcore-typisch durch und durch aufgebaut wurden. Gelegentliche Shouts durchbrechen mal mehr, mal weniger die Ruhe. Es hätte gern noch etwas mehr Härte vorherrschen dürfen. Jedoch muss man sagen, die Combo hat an sich gearbeitet. Timo Bonner passt mit seinem Klargesang immer perfekt, auch die rauere, aggressivere Tonart liegt ihm und er setzt diese punktgenau ein.

Das Schlagzeug hämmert während des Longplayers gewaltig aus den Boxen. Etwas mehr Power in den Riffs, mehr Gitarrenaktion wären nicht schlecht gewesen. Aber an sich sind die Songs sowie das Album in sich stimmig. Mehr Abwechslung in den Melodien hätte man sich hier und da schon noch gewünscht. Zu oft ähneln sich die Kompositionen.

Die Lieder „Transparent“, „Different Eyes“ und „Our All Home“ (eher ein kurzer Übergang/Lückenfüller) mit Shouts im Background sind schon fast Balladen. Sehr viel Gefühl wird im Gesang und in den Instrumentals transportiert. Auch „Unseen” beginnt eher ruhig, aber zieht nach kurzer Zeit deutlich an.

Fazit: So gesehen ist „Unseen Relations“ schon ein gutes Album, jedoch wartet man auf ein richtiges Highlight vergebens. Ein Mix aus soften Klängen und fetten Post-Hardcore Beats. Man kann es sich getrost auch mehr als einmal anhören, jedoch kann es mitunter passieren, dass man Lieder miteinander verwechselt, weil sie sich doch ähneln. Stimmlich schlägt Timo Bonner einem mächtig entgegen.

Punkte 8 von 10

Tracklist

01.River
02.Falling feat.Telle Smith
03.Different Eyes
04.Strike A Match
05.Transparent
06.Our All Home
07.Unseen
08.My Last Day
09.Walk As One
10.Distant & Obscure
11.After All

Our Mirage
Unseen Relations
Label: Arising Empire
VÖ: 07.02.2020
Genre: Post-Hardcore

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